Nachbericht 2009



Krankenhausfinanzierung – Viele Herausforderungen für 2010 und die Zeit danach!

Über 40 Krankenhausdirektoren, Verwaltungs- und Klinikleiter diskutierten am 13. September 2009 auf dem 3. Kongress Krankenhausfinanzierung der Deutschen Kongress im Kurfürstlichen Schloss Mainz die aktuellen Herausforderungen und Lösungswege für eine nachhaltige Verbesserung der Krankenhausfinanzierung. Unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff, Centrum für Krankenhausmanagement, wurden Perspektiven aufgezeigt, wie sich die Krankenhäuser bei dem bevorstehenden demografiebedingten Wandel im Gesundheitswesen gut positionieren können.

In der Eröffnungskeynote zeigte Dr. Boris Augurzky, RWI Essen, wie sich die Situation der Krankenhäuser vor dem Hintergrund der Gesamtentwicklung im Gesundheitswesen aktuell darstellt. Obwohl der Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandprodukt (BIP) steigt, hinkt das Wachstum der Krankenhausausgaben noch hinter dem BIP her. Vor dem Hintergrund der Finanzkrise dürfte sich die Lage noch verschärfen. Mit hoher Arbeitslosigkeit, sinkenden Beitragseinnahmen und einem Defizit von rund 8 Mrd. € steht voraussichtlich bereits für 2010 eine Gesundheitsreform an, die bei hohem öffentlichen Schuldenstand und geringeren Steuereinnahmen unter großem Sparzwang stattfinden wird. Ungeachtet dessen haben die Krankenhäuser bereits jetzt einige Baustellen zu beackern: neue Vergütungssysteme, die Ausweitung der Selektivverträge, die Kalkulation der Investitionspauschalen, die Entwicklung neuer Angebotsstrukturen und der künftig mehr Transparenz erfordernde Qualitätswettbewerb sind aktuell auf dem Weg.



Konzentrierte Atmosphäre im Kongress



Gesundheitsreform 2010 wird voraussichtlich unter großem Sparzwang stehen

Im weiteren Verlauf schilderten Praktiker und Experten aus mehreren Bundesländern, wie innovative Lösungen zur Krankenhausfinanzierung aussehen können. Den Anfang machte Frau Dr. Julia Hefty von den Hochtaunus Kliniken. Sie beschrieb, wie ein Krankenhausneubau in PublicPrivatePartnership realisiert werden kann und welche Verfahrensschritte dabei zu beachten sind. Nach einer Kaffeepause, die zu intensivem Networking genutzt wurde, erläuterte Dr. Henning Schneider, Latham & Wattkins LLP, welche rechtlichen Rahmenbedingungen bei der Krankenhausfinanzierung zu beachten sind. Jens Hollmann, Geschäftsführer Pro-results, stellte anschließend sehr anschaulich dar, welche auch kulturellen Aspekte bei Mergers & Akquisitions zu beachten sind. Danach nahm sich Dr. Susann Breßlein, Direktorin des Klinikum Saarbrücken, der Berechnung der Investitionsbewertungsrelationen nach § 10 des Krankenhausgesetzes an und zeigte, wie unzureichend die Details der Ermittlung dieser für die Krankenhausfinanzierung wichtigen Kennzahlen geregelt sind. Die Baupauschale, die in Nordrhein-Westfalen praktiziert wird, war das Thema von Dr. Jan Deitmer, St. Elisabethen-Hospital. Er zeigte die Vor- und Nachteile des neuen Systems und stellte fest, dass auch eine Baupauschale trotz Planbarkeit, Leistungsorientierung und freier Mittelverwendung in der gegenwärtigen Form nicht zur Auflösung des Investitionsstaus gerade bei Krankenhäusern im ländlichen Raum führt.



Die Pausen wurden zum intensiven Networking genutzt.



Offenheit, Entschlossenheit, Tempo in Transparenz bei der Klinik-Reorganisation

PD Dr. Bernhard Schwilk, Geschäftsführer der Märkischen Kliniken zeigte, wie sich durch Reorganisation und die Einrichtung von Profit-Centern mehr Transparenz und ein Turn-Around hin zu einem profitablen Klinikbetrieb realisieren lassen. Einen positiven Ausblick gab auch Frau Dr. Irmtraut Gürkan, Kaufmännische Direktorin der Universitätskliniken Heidelberg. Sie zeigte, welche Möglichkeiten Krankenhäuser haben, wenn es gelingt, Investitionsprojekte (auch) aus eigener Kraft umzusetzen. Sie sprach sich dabei für die positiven Effekte der Monistik aus, mit der sowohl Rationalisierungsinvestitionen als auch innovative Projekte angestoßen werden können.

Experten rechnen mit mehr Fusionen, Übernahmen und Trägerwechseln

Zum Abschluss zeigte Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff, wie sich Krankenhäuser mit innovativer Finanzierung für die Aufgaben der Zukunft rüsten können und welche Rolle künftig Fusionen, Übernahmen und Trägerwechsel im Markt spielen könnten. Er machte den anwesenden Krankenhausleitern Mut, die Selbstfinanzierung bei den anstehenden Herausforderungen zu stärken und auch Refinanzierungen aus dem innovativen Bereich zu nutzen, um sich im wachsenden Wettbewerb zu behaupten.


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